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Heilige Kuh

Heilige Kuh

Was ist eine heilige Kuh?

Eine heilige Kuh ist ein fest verankerter Glaube, der selten hinterfragt wird und weitgehend frei von Kritik oder Widerstand ist. Daher wird oft an Grundsätzen festgehalten, die als heilige Kühe gelten, selbst angesichts widersprüchlicher Beweise.

Heilige Kühe verstehen

Heilige Kühe sind oft weit verbreitet, können aber auch Ansichtssache sein. Eine heilige Kuh kann auf der Grundlage altbewährter Weisheit betrachtet werden. Ideen, die als heilige Kühe bezeichnet werden, können auch die eigene Ideologie widerspiegeln. Während einige den „freien Markt“ oder „kapitalistische Unternehmen“ als heilige Kuh bezeichnen, ordnen andere den „Mindestlohn“ oder „Regierungsprogramme“ dieser Kategorie zu.

Beim Investieren und anderswo wird der Begriff oft verwendet, um jede Idee abzulehnen, gegen die ein Autor argumentiert. Einige Beispiele für Ideen, die im Finanzwesen als heilige Kühe bezeichnet werden, sind Investmentfonds, Dividendeninvestitionen, das Sparen von 15 % des eigenen Einkommens für den Ruhestand, Finanzplanung und die Style-Box von Morningstar.

Ideen, die als heilige Kühe bezeichnet werden, können von manchen auch als „Mythen“ bezeichnet werden, insbesondere wenn eine Behauptung angefochten wird. Ob eine allgemeine Gesundheitsversorgung allen Bürgern kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollte oder nicht, mag für eine Gruppe eine heilige Kuh sein, aber für eine gegnerische Gruppe als lächerlich angesehen werden.

Der Begriff „Heilige Kuh“ ist eine Anspielung auf den Hinduismus, der die Kuh als heiliges Tier verehrt.

Eine heilige Kuh entlarven? Shareholder-Value-Maximierung

Die Verpflichtung eines Unternehmens, den Shareholder Value zu maximieren, ist ein gutes Beispiel für eine heilige Kuh. Es ist allgemein bekannt, dass Unternehmensvorstände und Management die Pflicht haben, den Shareholder Value zu maximieren, insbesondere bei börsennotierten Unternehmen. Die Rechtsprechung legt jedoch nahe, dass diese allgemeine Weisheit ein praktischer Mythos ist – es gibt tatsächlich keine gesetzliche Verpflichtung zur Gewinnmaximierung bei der Führung eines Unternehmens.

Die Idee lässt sich zum großen Teil auf die überdimensionalen Auswirkungen eines einzigen veralteten und weithin missverstandenen Urteils des Obersten Gerichtshofs von Michigan aus dem Jahr 1919 in der Rechtssache Dodge vs. Ford Motor Co. zurückführen, in dem es um die gesetzliche Pflicht einer Mehrheitskontrolle ging Aktionär gegenüber einem Minderheitsaktionär und nicht um die Maximierung des Shareholder Value. Rechts- und Organisationswissenschaftler wie Lynn Stout und Jean-Philippe Robé haben sich ausführlich mit diesem Mythos auseinandergesetzt. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Aktionärsmaximierung nicht nur eine Fehlinterpretation eines gesetzlichen Auftrags ist, sondern auch den Zweck der Ziele eines Unternehmens gegenüber seiner breiteren Gruppe von Interessengruppen durcheinander bringt. Tatsächlich argumentieren sie stärker als Putting-Aktionäre; Zinsen schaden zuerst Investoren, Unternehmen und der Öffentlichkeit.

Obwohl diese Papiere in den frühen 2010er Jahren veröffentlicht wurden, bleibt das Mantra der Maximierung des Shareholder Value ein Jahrzehnt später eine feste Überzeugung vieler Einzelpersonen und des Managements. Dies macht es zu einer heiligen Kuh, die schwer zu töten ist.

Höhepunkte

  • Eine heilige Kuh ist ein tief verwurzelter Glaube, der nicht in Frage gestellt oder übertreten werden darf.

  • In der Finanz- und Wirtschaftswissenschaft können sich heilige Kühe auf Grundsätze wie Kapitalismus des freien Marktes, faire Löhne oder allgemeine Gesundheitsversorgung beziehen (je nachdem, mit wem Sie sprechen).

  • Manchmal wird immer noch an heiligen Kühen festgehalten, selbst wenn sie nachweislich Mythen sind oder falsch informiert wurden.